Grußwort des ehemaligen Vorsitzenden des RSV Flottweg

Hartmut Kamphausen
(ab 2001 Ehrenvorsitzender)

Liebe Radsportfreunde,

schaut man im Jahrbuch 1924 nach, so bekommt man einen Eindruck von der schwierigen Zeit, in der es sieben Männer aus Rothenditmold wagten, einen eigenen Verein zu gründen. Sie verließen das sichere Vereinsschiff des Radfahrvereins 1899, um das Wagnis einzugehen, einen Verein nur für den Hallenradsport zu gründen. Damals, wie heute, gehörte und gehört der Hallenradsport zu den Randsportarten, die nicht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen, ja noch mehr, teilweise gar nicht wahrgenommen werden. Welche Begeisterung für diesen wunderschönen Sport mußte diese sieben Männer ergriffen haben. Eine Begeisterung, die in unserer großen Hallenradsportfamilie auch heute noch zu beobachten ist! Eine große Familie ist der Hallenradsport, aber eine Familie, in der es sehr wohl auf Leistung und Ehrgeiz ankommt, und großartig sind die Leistungen, die im Kunstradfahren und Radball geboten werden.

Eine Familie war auch immer der Radsportverein Flottweg 1924 e.V. Kassel-R., denn nicht nur der Sport wurde gepflegt, sondern auch geselliges Beisammensein, gemeinsames Wandern und gemeinsames Wanderfahren in Gottes schöner Natur. Verschweigen darf man allerdings auch nicht, daß das gesellige Beisammensein leider durch das Überangebot an Unterhaltungsmöglichkeiten sehr zurückgegangen ist. In 75 Jahren hat der Verein viele Höhen und Tiefen erlebt. Das schlimmste war natürlich der zweite Weltkrieg, der den glanzvollen 20er und 30er Jahren ein jähes Ende bereitete. Ganz konnte man nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen, aber dennoch wurden mehre Meisterschaften errungen. Heute ist die Konkurrenz wesentlich größer geworden und die Trauben hängen deutlich höher. Trotzdem sind wir stolz auf unsere Sportler und freuen uns über ihre Erfolge auf Bezirks- und Landesebene. Liebe Freunde, nimmt man einen Rückblick auf 75 Jahre Vereinsgeschichte, so muß man zwei Namen nennen, die diesen Verein entscheidend geprägt haben; unsere beiden leider verstorbenen Ehrenvorsitzenden Hermann Werhahn und Kurt Dingel. Hermann Werhahn, Gründungsmitglied, war bis zu seinem Tod 1995 die gute Seele des Vereins, Kurt Dingel hat fast 41 Jahre den Verein als Vorsitzender geleitet. An dieser Stelle sage ich Dank allen Vereinsmitgliedern, die dem Verein die Treue gehalten haben, allen Vorstandsmitgliedern für ihre geleistete Arbeit, allen Helfern  bei Veranstaltungen und vor allen Dingen den Sportlern für ihren Trainingsfleiß und ihre Erfolge. 

Wenn es uns auch weiterhin gelingt, in unserem kleinen Verein im entscheidenden Moment alle Kräfte zu mobilisieren, und wenn es gelingt, für unseren schönen Hallenradsport genügend Nachwuchs zu bekommen, können wir frohen Mutes in die Zukunft schauen. Froher Mut und eine gehörige Portion Optimismus, sportliche Erfolge und ein großes Wir-Gefühl, das wünsche ich uns allen, liebe Flottweger. Mit einem dreifachen kräftigen Flottweg grüßt Euch Euer 

Hartmut Kamphausen

 


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